Das Projekt „The tensions of internationalisation – international and transnational educational exchanges in Moldova“ (Januar 2026 – Dezember 2026) wurde am Lehrstuhl für Pädagogik mit dem Schwerpunkt Diversity Education und internationale Bildungsforschung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) entwickelt und wird in Kooperation mit der Ion Creangă State Pedagogical University of Chișinău in der Republik Moldau umgesetzt. Das Projekt wird vom DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA) im Programm „Ost-West-Dialog. Akademischer Austausch und wissenschaftliche Kooperation für Sicherheit, Zusammenarbeit und zivilgesellschaftliche Entwicklung in Europa“ gefördert.
Das Projekt analysiert die Spannungsfelder der Internationalisierung im moldauischen Bildungssystem durch die Betrachtung grenzüberschreitender Bildungsaustausche. Der 1991 begonnene Nationsbildungsprozess sowie die kontextspezifischen Faktoren für den Bildungsaustausch in der Republik Moldau sind durch zwei Haupteinflüsse geprägt: eine besondere Beziehung zu Rumänien sowie zum separatistischen Gebiet Transnistrien. Diese Faktoren sind zusätzlich in den geopolitischen Wettbewerb zwischen der Europäischen Union und Russland eingebettet. Der theoretische Rahmen des Projekts stützt sich auf die Forschung zu internationalen und transnationalen Bildungsräumen, insbesondere in postsowjetischen Ländern, sowie auf die Untersuchung von Bildungsaustauschen in Konfliktsituationen. Das Projekt wendet zudem das Konzept der „Vernakularisierung von Grenzen“ an, das die Rolle gewöhnlicher Menschen bei alltäglichen Grenzziehungspraktiken jenseits des rein politischen Handelns von Nationalstaaten in den Blick nimmt. Innerhalb dieses Rahmens stellt das Projekt die Fragen, wie internationale und transnationale Bildungsräume sowie Grenzen in grenzüberschreitenden Bildungsaustauschen konstruiert werden und wie das Verständnis dieser Praktiken zur Konfliktforschung und -prävention in der Region beitragen kann.
Das Projekt beleuchtet die Entwicklung der Internationalisierung in der moldauischen Bildung und konzentriert sich dabei auf drei Sektoren: Hochschulen, schulische Bildung und non-formale internationale Jugendaustausche. Im Projekt werden grenzüberschreitende Bildungsaustausche in der Republik Moldau systematisch beschrieben und analysiert (Projektziel 1). Durch die Einbeziehung etablierter Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, Nachwuchsforschender sowie Studierender fördert das Projekt den grenzüberschreitenden akademischen Dialog und die Netzwerke im Bereich der internationalen Bildung zwischen Deutschland und der Republik Moldau. Es trägt so zur Entwicklung der Expertise von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sowie Fachkräften in diesem Themenfeld bei (Projektziel 2). Durch die Einbeziehung nicht-universitärer zivilgesellschaftlicher Akteure verbindet das Projekt Theorie und Praxis grenzüberschreitender Bildungsaustausche und liefert tiefere Einblicke für die Forschung sowie Empfehlungen für die Bildungspraxis (Projektziel 3). Die Ergebnisse werden auf zwei Dialogforen in Deutschland und der Republik Moldau vorgestellt und diskutiert, wodurch sie der Öffentlichkeit außerhalb des Hochschulbereichs zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, eine breite, nachhaltige Wirkung für die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Bildung als Beitrag zur Konfliktlösung und Konfliktprävention zu erreichen (Projektziel 4).
Zu den Projektaktivitäten gehören Workshops (online und in Präsenz), der Besuch einer Delegation der FAU an der Ion Creangă State Pedagogical University of Chișinău für vorbereitende Workshops, eine einwöchige Sommerschule für moldauische und deutsche Projektteilnehmende in Deutschland, Forschungsaufenthalte mit Stipendien für kleine Projekte in beiden Ländern sowie ein Dialogforum in Chișinău zur Diskussion und Verbreitung der Projektergebnisse, einschließlich einer projektbezogenen Publikation.
Ausschreibung der Teilnahmemöglichkeiten im Projekt (bis 23.02.2026)