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Aktionswoche #internationalhearts 2020

Das Netzwerk „Internationalisierung von Bildung in der Metropolregion Nürnberg“ beteiligt sich an der Aktionswoche #internationalhearts 2020 (09.11. bis 15.11.2020), die von der Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. (IJAB) initiiert wurde, um die Politik auf die Bedeutung einer gesicherten Zukunft des internationalen Jugendaustausches und der internationalen Bildungsarbeit aufmerksam zu machen.

Die Pandemie zeigt, wie fragil die internationalen Verbindungen sind, birgt aber auch Chancen für eine stärkere internationale Zusammenarbeit. Nationale Grenzen werden in Europa und überall auf der Welt wieder deutlich sichtbarer, aber zugleich verschwinden die Grenzen in der virtuellen Welt durch die neuen digitalen Möglichkeiten.

Es sind nicht zuletzt lokale Akteure, die wichtige Arbeit vor Ort leisten, um jungen Menschen internationale Erfahrungen zu ermöglichen und eine stabile Orientierung für das verantwortliche Handeln in einer globalen Welt zu geben. Diese Akteure unterhalten zahlreiche Verbindungen zu den Menschen in anderen Ländern und füllen die großen politischen bilateralen und internationalen Kooperationsabkommen durch persönliche Begegnungen und den Dialog mit Leben.

In dieser herausfordernden Situation brauchen junge Menschen und lokale Akteure der internationalen Bildungsarbeit Ermutigung und Unterstützung aus der Politik, um den internationalen Austausch nachhaltig zu sichern. Wir haben daher direkt gewählte Bundestags- und Landtagsabgeordnete aus der Metropolregion Nürnberg um ein kurzes Statement zur Bedeutung der globalen und europäischen Dimension und des internationalen Austauschs im Bildungsbereich sowie zur Rolle von lokalen Akteuren und Netzwerken der internationalen Bildungsarbeit in der Metropolregion Nürnberg gebeten.

Nachstehend veröffentlichen wir die uns zugeschickten Statements in der Reihenfolge des Eingangs und danken den Bundestags- und Landtagsabgeordneten für ihre Würdigung und Unterstützung der Arbeit der Netzwerkpartner.

Dr. Silke Launert (MdB), Bayreuth:

„Internationale Erfahrungen prägen junge Menschen und tragen dazu bei, die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln, sich auf Neues einzulassen, den Horizont zu erweitern und sich für andere Kulturen zu öffnen. Auch ich habe in meiner Schulzeit an Austauschprogrammen teilgenommen und unterstütze diese sehr. In Berlin empfange ich regelmäßig afrikanische Studenten der Universität Bayreuth – aktuell wegen der Corona-Pandemie allerdings nicht – und begrüße das Parlamentarische Patenschafts-Programm des Deutschen Bundestages und des US-Congress, das Stipendien für ein Austauschjahr in den USA an Schülerinnen und Schüler und junge Berufstätige vergibt.“

Petra Guttenberger (MdL), Fürth:

„Bildung in all ihren Facetten von Schulbildung, über berufliche Bildung, Fortbildung oder Weiter-bildung profitiert in ganz besonderer Weise davon, wenn diese nicht nur nationale, sondern auch internationale Bezüge aufweist. Die gegenseitigen Bildungsbereiche zu kennen und einzuschätzen, internationale Netzwerke zu knüpfen und zu pflegen, ist auch für eine wirtschaftlich erfolgreiche Region, wie die Metropolregion Nürnberg, unerlässlich und von unschätzbarem Wert. Wichtig ist es deshalb, bereits in ganz frühen Jahren, z.B. durch Austausch im Schulbereich, hier entsprechende Kontakte zu setzen und dies als einen selbstverständlichen Teil ins Bildungssystems zu implementieren. Wichtige Themen sind dabei die Zusammenarbeit im Bereich Digitalisierung und insbesondere der Bereich Cyber-Sicherheit, der heute für jeden Betrieb wichtiger ist, denn je, aber auch bei Gesundheit und Pflege. Auch hinsichtlich Rechtssicherheit und Rechtsklarheit müssen hier die internationalen Kontakte noch stetig verbessert werden. Ich freue mich deshalb, dass der Ansatz der Internationalisierung bei Forschungsinstituten, wie dem Fraunhofer, aber auch in vielen Bildungsbereichen und nicht zuletzt zunehmend auch in der Arbeitswelt Fuß gefasst hat.“

Alois Karl (MdB), Amberg:

„Ich schätze sie (Anm. MH: die Bedeutung der internationalen Austausche im Bildungsbereich) hoch ein. Als für den Etat des Auswärtigen Amtes zuständiger Berichterstatter im Haushaltsausschuss beschäftige ich mich intensiv mit diesen Fragen und habe mit dafür Sorge getragen, dass Programme für den internationalen Austausch im Bildungssektor mit erheblichen Bundesmitteln unterstützt werden. Bildung und Bildungsvermittlung hängen immer auch vom jeweiligen Menschenbild ab. Meine Intension ist, dass möglichst viele Menschen auf der Welt in Frieden, Freiheit und Demokratie leben, wo sie als mündige Bürger selbst Verantwortung für sich und die Gesellschaft übernehmen und ihre Zukunft mutig und positiv gestalten können. Deshalb sind alle Themen wichtig, die diese Grundwerte den Teilnehmern vermitteln. Bedingt durch meine beschriebene Tätigkeit setze ich mich weltweit für entsprechende Programme ein. Dies meisten sind nicht speziell in meinem Wahlkreis angesiedelt. Dennoch laufen auch hier Maßnahmen im Bereich des internationalen Schüler- und Jugendaustausches, der gemeinsamen internationalen musikalischen Bildung, um nur zwei Bereiche zu nennen.“

Barbara Regitz (MdL), Nürnberg-Nord

„Die Begegnung über Grenzen hinweg ist immer auch ein sich auseinandersetzen mit Sprache, Kultur, Lebensweisen, Traditionen anderer Völker und damit ein Beitrag zur Demokratieerziehung. Nur wenn wir aufeinander zugehen, miteinander reden, den anderen aber auch zuhören, wissen wir mehr voneinander. So kann ein Leben gegenseitiger Achtung gelingen, was unverzichtbar ist für ein erfolgreiches Miteinander in unserer Stadtgesellschaft und in der Arbeitswelt. Lehrkräfte, Mütter und Väter sind hier besondere Vorbilder. Da Sprache der Schlüssel zur Kommunikation ist, lautet die Devise: So früh wie möglich und so oft wie möglich auf interkulturelle und sprachliche Bildung setzen. Nicht jedem ist privat ein internationaler Austausch möglich, deshalb unterstütze und werbe ich für die vielfältigen schulischen und außerschulischen Austausch-Programme im Freistaat.“

Karl Freller (MdL), Nürnberg-Süd

„Internationaler Austausch kann gar nicht früh genug beginnen. Das Wissen um andere Kulturen sowie das Entstehen internationaler Kontakte und vor allem auch Freundschaften trägt viel zur Verständigung und zur Zusammenarbeit bei. Beispielsweise für den europäischen Gedanken ist das natürlich ausgesprochen wichtig. Im Bildungsbereich sind natürlich Themen wie Forschung und Sprache von größter Bedeutung. Wir können im internationalen Maßstab viel mehr erreichen, wenn wir zusammenarbeiten und uns verstehen. Als Abgeordneter habe ich mich im Landtag beispielsweise dafür eingesetzt, dass im neuen G9 ein Auslandsaufenthalt von SchülerInnen stärker vom Staat gefördert und auch besser angerechnet wird. Gerade Schüleraustausche können bereits in jungen Jahren die Sensibilität für internationale Zusammenarbeit wecken.“

Stefan Müller (MdB), Erlangen

„Eine Welt, die durch immer bessere Kommunikationsmöglichkeiten immer enger zusammenwächst und durch wirtschaftliche Globalisierung immer stärker wechselseitig voneinander abhängt, braucht neben vielem anderen gegenseitiges Verständnis und Kooperation. Beides – Verständnis und Kooperation – sind keine abstrakten Strukturen, sondern sie hängen direkt von den Menschen ab, die sie mit Leben erfüllen müssen. Deshalb kommt dem internationalen Bildungsaustausch eine immense Bedeutung zu. Übrigens aus meiner Sicht ausdrücklich nicht nur im schulischen und akademischen Bereich, sondern auch im Bereich der beruflichen Bildung und der jungen Berufstätigen. Corona verhindert aktuell leider auch in dieser Hinsicht vieles, was geplant war. Ich bin aber sicher: Sobald die Pandemiesituation es wieder zulässt, wird auch der internationale Bildungsaustausch uneingeschränkt wieder Fahrt aufnehmen.“

 Barbara Becker (MdL), Kitzingen
„Die Idee von Europa wurde für mich als Jugendliche lebendig durch meine Schüleraustausche in Frankreich und Polen. Meine frühere Schule unterhält seit 20 Jahren eine Partnerschaft mit einer Schule aus der Ukraine. Die deutschen und ukrainischen Schülerinnen waren auch schon meine Gäste im Bayerischen Landtag. Als Jugendliche sind wir offen und unvoreingenommen anderen Ländern gegenüber: was für eine Chance für die internationale Zusammenarbeit! Covid19 bremst uns gerade ein bißchen. Aber Jugendaustauschprogramme – ob von Schulen, Arbeitgebern oder Jugendorganisationen angeboten – sind unverzichtbar. Deshalb unterstützen wir aus dem Bayerischen Landtag heraus den internationalen Jugendaustausch. Ideell und finanziell.“
 Melanie Huml (MdL), Bamberg-Stadt

„Wie wichtig Reisen ins Ausland für Bildung und Entwicklung sind, verdeutlicht sehr treffend ein Aphorismus von Augustinus Aurelius: ‚Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.‘ In vielerlei Hinsicht können wir vom weltweiten Austausch miteinander profitieren, dabei haben zwei Aspekte für mich besondere Relevanz. Das Kennenlernen anderer Lebensverhältnisse oder Ansichten fördert oftmals das gegenseitige Verständnis. Auch müssen wir das Rad nicht immer neu erfinden, wenn wir bereit sind, voneinander zu lernen. Ich selbst habe einen Teil meiner ärztlichen Ausbildung in der Schweiz absolviert und möchte die damals gewonnenen Einblicke nicht missen. Ganz gezielt besuche ich auch als Bayerische Staatsministerin hin und wieder andere europäische Staaten, um Anregungen zur Verbesserung unseres Gesundheits- oder Pflegesystem einzuholen. Die Reiselust darf uns jedoch unsere Klimabilanz nicht vergessen lassen. Vielmehr sollten wir künftig die digitalen Möglichkeiten zur internationalen Vernetzung noch intensiver nutzen.“

Dr. Markus Söder (MdL), Nürnberg-Ost
„Bildung ist die Währung für eine erfolgreiche Zukunft – unsere bayerische Bildung steht weltweit hoch im Kurs! In einer globalisierten Welt ist der internationale Austausch gerade auch für junge Menschen von essentieller Bedeutung. Begegnungen mit anderen Kulturen schaffen Verbundenheit, erweitern den Horizont und die Sicht auf die Welt. Persönliches Erleben ist dabei ein Gewinn für jeden Einzelnen und gleichzeitig auch eine langfristige Investition in Völkerverständigung und Frieden!
Internationale Bildungsarbeit braucht Unterstützung – für mich sind die Akteure und Netzwerke in der Metropolregion Nürnberg ein gutes Beispiel! Im Herzen Europas gelegen und international aufgestellt, öffnen sie das Tor in die Welt!
In diesem Jahr ist leider vieles anders als sonst. Seien Sie kreativ, suchen Sie alternative Wege für ein soziales Miteinander und bleiben Sie trotz Corona zumindest virtuell in Kontakt – es lohnt sich!“